Sonntag, 6. Februar 2011

Dringlichkeitssitzung: Verleger streiten mit Apple um App-Provisionen


Die deutschen Zeitungsverleger wollen sich am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung treffen und das weitere Vorgehen gegen Apple absprechen. Das berichtet der Focus in einer Vorabmeldung. Die Medienhäuser wollen sich dagegen wehren, dass Apple künftig erreichen will, dass die Verlage die digitalen Zeitungs-Verkäufe über iTunes abwickeln. Dann würden beim Computerhersteller 30 Prozent des Umsatzes und die Kundendaten verbleiben.

Bisher genehmigt Apple den Verlagen auch App-Inhalte, die nicht über iTunes verkauft wurden. Das ändert sich gerade, wie Sony am eigenen Leib erfahren musste. Jetzt sind auch die deutschen Verleger in Sorge: „Viele Zeitungen haben Geschäftsmodelle entwickelt, die künftig so nicht mehr erlaubt sein sollen. Es kann nicht sein, dass sich Apple nicht an Abmachungen hält“, zitiert der Focus Hans Joachim  Fuhrmann vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

„Für die deutschen Verlage wäre eine solche Regelung nicht von Vorteil. Denn egal, ob es um einen einmaligen Kauf oder den Abschluss eines Abos geht: Sämtliche Kundendaten würden dann nicht mehr beim Verlag, sondern auf den Apple-Servern liegen. Aber gerade das Alter, die Adresse und weitere Personalien benötigen Verlage, um gezielt Werbung verkaufen zu können“, analysierte in der vergangen Woche MEEDIA.de.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die deutschen Medienmanager nicht zu naiv an das Thema Apple und Apps herangegangen sind. Es hätte die Verlagsstrategen nicht so überraschen dürfen, dass Apple mitten im Spiel die Regeln ändert. Das ist in der Vergangenheit immer mal wieder passiert. Nach der Diskussion um Google-News zeigen viele Medienmacher nun ein weiteres Mal, dass sie die Denk- und Vorgehensweise von Web-Companys noch nicht verstanden haben. 

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